Die kurze Antwort
Erklären Sie langsam, mit Geduld und immer nur ein Thema aufs Mal – zum Beispiel zuerst den Videoanruf. Lassen Sie Oma oder Opa selbst tippen, stellen Sie die Schrift grösser und schreiben Sie die wichtigsten Schritte auf Papier auf. Für mehr Übung gibt es in der Schweiz Kurse, zum Beispiel bei Pro Senectute.
Geprüft am 24.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Bonus: Nicht alle sind online»
Warum fällt Technik manchen Grosseltern schwer?
Viele ältere Menschen haben den Umgang mit Handy und Computer nie gelernt. Dazu kommt Körperliches: Die Schrift ist zu klein, die Augen sind müde, die Finger treffen die kleinen Knöpfe nicht gut. Das hat nichts mit Klugheit zu tun. Was Sie selbst können, mussten auch Sie irgendwann lernen.
- In der Schweiz nutzen heute fast neun von zehn Menschen über 65 das Internet (Studie «Digital Seniors 2025» von Pro Senectute). Gut jeder Zehnte bleibt offline, vor allem Menschen über 85.
- Viele ältere Menschen fühlen sich laut derselben Studie unter Druck gesetzt, digitale Geräte nutzen zu müssen. Druck macht das Lernen schwerer, nicht leichter. Lassen Sie sich und Ihren Grosseltern Zeit.
- Viele wünschen sich eine Mischung: einiges digital, einiges weiterhin auf Papier oder persönlich.
Wie erkläre ich es am besten?
- Fragen Sie zuerst, was Oma oder Opa können möchte. Mit den Enkeln per Video sprechen? Fotos anschauen? Den Fahrplan nachsehen? Ein eigenes Ziel ist der beste Antrieb.
- Nehmen Sie nur ein Thema pro Besuch. Lieber einmal den Videoanruf richtig als fünf Dinge halb.
- Lassen Sie die Person selbst tippen und wischen. Zeigen Sie mit dem Finger, aber nehmen Sie das Gerät nicht aus der Hand. Übung macht den Meister.
- Sprechen Sie langsam und erklären Sie neue Wörter mit Alltagsbildern: Das WLAN ist das Funknetz in der Wohnung, eine App ist ein Programm auf dem Handy.
- Schreiben Sie die Schritte zusammen auf einen Zettel – gross und mit Nummern. Wichtiges soll es auch auf Papier geben.
- Lassen Sie es beim nächsten Besuch noch einmal vormachen. Was man zweimal selbst gemacht hat, bleibt besser.
Was stelle ich am Gerät zuerst ein?
Jedes Handy, Tablet und jeder Computer hat Hilfen, die das Bedienen leichter machen. Sie stehen in den Einstellungen unter «Bedienungshilfen» oder «Barrierefreiheit». Richten Sie sie gemeinsam ein:
- Grosse Schrift und starker Kontrast: Dann lassen sich Nachrichten und Knöpfe gut lesen. Die Lupe vergrössert zusätzlich einzelne Stellen.
- Vorlesen: Der Bildschirm kann Texte laut vorlesen – bei Apple heisst die Hilfe VoiceOver, bei Android TalkBack, bei Windows Sprachausgabe.
- Sprechen statt tippen: Mit der Sprachsteuerung lassen sich Nachrichten diktieren. Das hilft, wenn die Finger die kleinen Tasten schlecht treffen.
- Untertitel bei Videos helfen, wenn das Hören schwerfällt. Statt des Klingeltons kann auch ein Licht blinken, und Hörgeräte lassen sich mit dem Handy verbinden.
Womit fange ich an? Mit dem Videoanruf!
Der Videoanruf ist für viele Grosseltern der schönste Grund, ein Gerät zu benutzen: Sie sehen und hören ihre Familie, auch wenn sie weit weg wohnt. Üben Sie zuerst das Annehmen eines Anrufs, erst später das Anrufen. Zeigen Sie die zwei wichtigen Knöpfe: Mikrofon und Kamera. Durchgestrichen heisst aus. Und erklären Sie den richtigen Platz: Das Licht soll von vorne kommen, sonst sieht man nur einen dunklen Schatten. Ein Erinnerungs-Termin im Kalender, der vor dem verabredeten Anruf klingelt, hilft ebenfalls.
Wie schütze ich meine Grosseltern vor Betrug?
Sprechen Sie auch über Betrug, aber ohne Angst zu machen: Respekt ja, Angst nein. Informieren Sie sich gemeinsam über die gängigen Betrugsmaschen. Vereinbaren Sie eine einfache Regel: Fragt jemand nach Geld oder Passwörtern, wird zuerst bei der Familie nachgefragt. Wie das geht, steht auf den Seiten zur Stopp-Regel und zum Familien-Codewort. Und geben Sie Ihre eigene Nummer gut sichtbar mit: Wer weiss, wen er fragen kann, fragt eher nach, bevor er etwas tut.
So erklärt es Bipo den Kindern
3 Lernkarten aus der Lektion «Bonus: Nicht alle sind online», genau so, wie sie im Spiel stehen.
Grund 3: Nicht gelernt
Manche Menschen haben ein Gerät, wissen aber nicht, wie es geht. Viele Grosseltern haben es nie gelernt. Oder die Schrift ist zu klein, und die Augen sind müde.
Bipo: Was du weisst, mussten alle irgendwann lernen.
Brücken bauen
Es gibt Brücken über den Graben: Bibliotheken mit Gratis-Computern, Kurse für Senioren, alte Laptops, die weiterverschenkt werden, und Satelliten, die abgelegene Orte verbinden.
Bipo: Brücken bauen ist schöner als Graben schaufeln.
Du kannst helfen
Zeig Oma oder Opa geduldig, wie ein Videoanruf geht. Lach nie, wenn jemand etwas nicht kann. Und denk daran: Wichtiges soll es auch auf Papier geben.
Bipo: Du bist jetzt ein Profi. Profis helfen gern.
Gut zu wissen
Weltweit sind fast drei von vier Menschen online. Über zwei Milliarden sind es nicht – darunter auch viele Grosseltern, die es nie lernen konnten.
MerkeNicht alle sind online: wegen Geld, weil sie weit weg wohnen oder weil sie es nie gelernt haben. Du kannst Brücken bauen.
Wichtige Begriffe
- online
- Mit dem Internet verbunden sein, zum Beispiel über das WLAN zu Hause oder das Handynetz.
- digitaler Graben
- Die Lücke zwischen Menschen, die das Internet nutzen, und Menschen, die es nicht nutzen – weil es Geld kostet, weil sie weit weg wohnen oder weil sie es nie gelernt haben.
- Brücke
- Alles, was hilft, den digitalen Graben zu überwinden: Kurse für ältere Menschen, Gratis-Computer in der Bibliothek oder eine geduldige Person aus der Familie.
Testen Sie sich
Fragen aus dem Test der Lektion. Tippen Sie auf eine Antwort.
1. Was ist ein Grund, warum jemand nicht online ist?
Lösung zeigen
Gerät und Internet kosten Geld – Nicht jede Familie kann das bezahlen.
2. Was ist eine Brücke über den digitalen Graben?
Lösung zeigen
Gratis-Computer in der Bibliothek – Dort darf jede und jeder ins Netz.
3. Opa kennt den Videoanruf nicht. Was tust du?
Lösung zeigen
Ich zeige es ihm geduldig – Was du weisst, mussten alle einmal lernen.
Selbst ausprobieren
«Bonus: Nicht alle sind online»
Aus der Welt «Meister»
Mit Bildkarten, Spiel, Mission und kurzem Test. Gratis, ohne Anmeldung, es wird nichts gespeichert. Etwa 15 bis 20 Minuten – Sie bestimmen das Tempo.
Lektion gratis spielenEntdecken · Spielen · Mission · Test · Anhören
WerkstattBequem-LaborAcht Menschen bringen ihr Handy: grössere Schrift, mehr Kontrast, lauterer Klingelton, Hörgerät, Notfallpass und mehr. Bequem einstellen und vergleichen.Werkstatt ausprobieren
WerkstattFamilien-ChatIm Übungs-Messenger mit der Familie schreiben, Fotos und Sprachnachrichten schicken, die Masche mit der neuen Nummer erkennen und per Video telefonieren.Werkstatt ausprobieren
Mehr dazu im Spiel: «Videoanruf und Kalender» · «Bonus: Computer für alle»
Verwandte Fragen
- Wie funktioniert ein Videoanruf?
- Wie richte ich die Bedienungshilfen ein? (grosse Schrift, Vorlesen)
- Was ist die Stopp-Regel bei Betrug?
- Was ist ein Familien-Codewort und wie richtet man es ein?
- Wie erkenne ich einen Schockanruf?
Für Lehrpersonen: passt zum Lehrplan 21
- MI.1.1.f Durchdringung des Alltags durch Medien und Informatik – Das Kind beschreibt, wie Computer und Medien Alltag und Berufe verändern, im Guten wie im Schlechten.
Quellen und Hilfe
- Pro Senectute: Digitalisierung – Tipps, Kurse und Infoline
- Pro Senectute: Studie «Digital Seniors 2025»
- Apple Support: Bedienungshilfen für das Sehen auf iPhone und iPad
- Android-Hilfe: Android-Bedienungshilfen
- ITU: Facts and Figures 2025 (wie viele Menschen online sind)
Geprüft am 24.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion 21-7 «Bonus: Nicht alle sind online» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten