Soll ich den Standort meines Kindes teilen oder verfolgen?
Für Eltern
Eine Standortfreigabe kann in einzelnen Situationen beruhigen, etwa auf einem neuen Schulweg oder in einem Lager. Pro Juventute rät aber, möglichst ohne Überwachung auszukommen: Ständige Standortkontrolle beruhigt meist nur kurzfristig, kann Ängste verstärken und das Vertrauen beschädigen. Wenn Sie den Standort teilen, dann offen, abgemacht und am besten gegenseitig – Ihr Kind muss wissen, wann und warum Sie es sehen können. Heimlich orten ist keine gute Idee.
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So geht's
- Zuerst klären, wofür: Geht es um einen bestimmten Weg, ein Lager oder den Notfall – oder um ein allgemeines Gefühl von Kontrolle? Ein klarer Zweck macht die Abmachung einfacher.
- Mit dem Kind reden und gemeinsam entscheiden. Ihr Kind muss wissen, ob, wann und warum Sie seinen Standort sehen. Wird es nicht informiert, kann das Vertrauen nachhaltig leiden.
- Gegenseitig teilen: Wenn auch die Eltern ihren Standort zeigen, fühlt es sich weniger nach Überwachung an.
- Ein Ende abmachen, zum Beispiel nur in den ersten Wochen auf dem neuen Schulweg oder während des Lagers – und die Freigabe danach wirklich ausschalten. Bei Apple und Google Family Link geht das jederzeit.
- Nicht ständig nachschauen. Wer immer wieder auf die Karte schaut, wird eher unruhiger als ruhiger.
- Andere Sicherheiten stärken: den Weg zusammen üben, eine Telefonnummer im Rucksack, Kontakt mit anderen Eltern, ein abgemachter Anruf bei der Ankunft.
- Mit dem Alter lockern: Kinder brauchen altersentsprechende, selbständige Erfahrungen und Freiräume statt dauernder Überwachung.
- Ihrem Kind beibringen: Den eigenen Standort teilt man nur mit Menschen, die man im echten Leben gut kennt – nie mit Online-Bekanntschaften.
Was dafür und was dagegen spricht
- Dafür: In einzelnen Situationen hilft es, etwa wenn ein Kind allein unterwegs ist. Bei Apple hilft die Standortfreigabe auch, ein verlorenes Gerät wiederzufinden.
- Dagegen: Orten ist ein Eingriff in die Privatsphäre. Kinder haben laut UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 16) ein Anrecht darauf.
- Dagegen: Das Gefühl von Sicherheit, das ein GPS-Tracker vermittelt, kann trügen – und Kinder sind womöglich weniger aufmerksam, wenn sie sich darauf verlassen.
- Dagegen: Die Ortung klappt nicht immer, zum Beispiel wenn das Gerät ausgeschaltet ist, kein Internet hat oder länger nicht benutzt wurde.
- Dagegen: Heimliches Orten zerstört Vertrauen, sobald das Kind es merkt.
iPhone und iPad: Standort in der Familie teilen
- Einstellungen › Familie › Standortfreigabe öffnen (dafür braucht es eine eingerichtete Familienfreigabe).
- Unter «Standort teilen mit» die Familienmitglieder auswählen.
- Der Standort ist dann in der App «Wo ist?» und in der Nachrichten-App zu sehen. Die Freigabe lässt sich jederzeit beenden.
Der Organisator der Familienfreigabe teilt seinen Standort automatisch mit allen; jedes Familienmitglied entscheidet selbst, ob es seinen auch teilt. Das passt gut zu einer gegenseitigen Abmachung.
Android: Google Family Link
- In der Family Link App auf Standort › Standorteinstellungen festlegen tippen.
- Das Kind auswählen und die Standortfreigabe aktivieren.
- Wieder ausschalten: Standort › Konto des Kindes › Dreipunkt-Menü › Standorteinstellungen › «Standort meines Kindes sehen» deaktivieren.
Family Link kann auch melden, wann Ihr Kind an einem Familienort ankommt oder ihn verlässt. Überlegen Sie gut, ob Sie das wirklich brauchen – und sagen Sie es Ihrem Kind.
Snap Map, Smartwatch und Tracker
Auf der Karte von Snapchat (Snap Map) ist die Standortfreigabe standardmässig ausgeschaltet. Wer sie einschaltet, teilt den Standort mit allen Freunden oder nur mit ausgewählten; im Geistmodus bleibt er für alle verborgen. Kinder-Smartwatches und GPS-Tracker zeigen den Standort ebenfalls an. Auch hier gilt: nur offen, mit Abmachung und mit einem klaren Zweck.
Was Eltern bei Snapchat sonst einstellen können, steht auf der Seite «Roblox, Fortnite, Snapchat, Discord: Was Eltern einstellen sollten».
Gut zu wissen
Der beste Schutz unterwegs ist ein Kind, das seinen Weg kennt, weiss, wen es anrufen kann, und sich traut, um Hilfe zu bitten. Eine App kann das ergänzen, aber nicht ersetzen.
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Quellen und Hilfe
- Pro Juventute: Überwachungsapps und Co.
- Pro Juventute: Smartwatch – die digitale Nabelschnur
- Apple Support: Deinen Standort mit deiner Familie teilen
- Google für Familien: Standort des Geräts Ihres Kindes anzeigen lassen und verwalten
- Snapchat Support: Wie teile ich meinen Standort auf der Snap Map?
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Stand: Oktober 2026 · Aus der Montibit-Lektion 13-4 «Standort und Karten»