Zum Inhalt
Die Computer-Expedition
für Kinder und Erwachsene
  1. Hilfe & Fragen
  2. Wissen
  3. Handy und Familie
Handy und Familie

Warum mein Kind nicht vom Handy loskommt: die Tricks der Apps

  • Für Eltern
  • Erklärt
  • 4 Minuten lesen

Die kurze Antwort

Viele Apps sind so gebaut, dass man immer wieder hineinschaut: Töne und rote Zahlen rufen, Likes und Nachrichten kommen mal viel und mal gar nicht, und Serien wie die Flamme bei Snapchat machen Druck, jeden Tag dabei zu sein. Dazu kommt die Angst, etwas zu verpassen. Das ist keine Schwäche Ihres Kindes – die Tricks wirken bei allen. Helfen kann, Mitteilungen abzuschalten, handyfreie Zeiten abzumachen und die Tricks gemeinsam zu entdecken.

Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Warum das Handy ruft»

Lektion gratis spielenGratis und ohne Anmeldung.

So geht's

  1. Mitteilungen ausmisten: Nur Anrufe und Nachrichten von wichtigen Menschen dürfen sich melden, Spiele, Video-Apps und Social Media bleiben still. Wie das geht, steht unten pro Gerät.
  2. Die roten Zahlen am App-Symbol ausschalten. Sie sind dafür da, dass man nachschauen will.
  3. Gemeinsam die Tricks entdecken: Schauen Sie eine Lieblings-App Ihres Kindes zusammen an und fragen Sie: «Was holt dich zurück? Ein Ton? Eine Flamme? Ein Video, das von selbst startet?» Wer den Trick kennt, fällt weniger darauf herein.
  4. Über Serien reden: Eine Flamme oder ein Tageszähler ist keine Freundschaft. Abmachen, dass niemand böse ist, wenn eine Serie abbricht – das gilt auch unter Freunden.
  5. Später antworten ist erlaubt. Die Anzeige ‹gelesen› macht Druck, sofort zu antworten. Sagen Sie Ihrem Kind: Gute Freunde warten, bis du Zeit hast.
  6. Handyfreie Zeiten und Orte abmachen: beim Essen, bei den Hausaufgaben, vor dem Schlafen. Pro Juventute empfiehlt, ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen ganz auf Bildschirme zu verzichten.
  7. Selbst Vorbild sein: Legen Sie Ihr Handy beim Gespräch weg und sagen Sie ruhig einmal laut: «Das schaue ich später an.» Kinder machen nach, was sie sehen.
  8. Nach der Handyzeit fragen: «Wie fühlst du dich jetzt – frisch oder leer?» Greift Ihr Kind vor allem zum Handy, wenn es traurig oder wütend ist, ist ein Gespräch wichtiger als jede Regel.
  9. Kein Handyverbot als Strafe: Es ändert nichts an den Tricks und kann dazu führen, dass Ihr Kind heimlich nutzt. Besser gemeinsam einstellen, was sich einstellen lässt.

Sieben Tricks, mit denen Apps festhalten

Diese Mechanismen stecken in vielen Apps und Spielen:

  • Pling und rote Zahlen: Push-Nachrichten, Likes und Storys sorgen dafür, dass immer etwas läuft.
  • Das Glücksrad: Likes und Nachrichten kommen mal viel, mal gar nicht. Gerade weil die Belohnung unsicher ist, schaut man immer wieder nach.
  • Bloss nichts verpassen: das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man nicht nachschaut, was andere geschrieben oder gepostet haben.
  • Serien und Flammen: Manche Apps zählen die Tage, an denen man sich schreibt oder spielt – bei Snapchat zum Beispiel mit einer Flamme. Bricht die Serie ab, ist sie weg.
  • Belohnungen, die verfallen: Spiele verschenken täglich etwas, das verfällt, wenn man es nicht rechtzeitig abholt. Ablaufende Uhren machen zusätzlich Zeitdruck.
  • Kein Ende: Das nächste Video startet von selbst, der Feed geht immer weiter.
  • Gelesen-Anzeige: Man sieht, dass eine Nachricht gelesen wurde, und fühlt sich gedrängt, sofort zu antworten.

iPhone und iPad: Mitteilungen abschalten

  1. Einstellungen › Mitteilungen öffnen.
  2. Unter «Mitteilungsstil» die App antippen, zum Beispiel ein Spiel.
  3. «Mitteilungen erlauben» ausschalten – oder nur «Töne» und «Kennzeichen» (die rote Zahl am Symbol) abschalten.

Android: Benachrichtigungen abschalten

  1. Einstellungen › Benachrichtigungen › App-Benachrichtigungen öffnen.
  2. Die App antippen, zum Beispiel ein Spiel.
  3. Die Benachrichtigungen ganz ausschalten oder nur einzelne Kategorien.

Gut zu wissen

Die Tricks wirken bei Erwachsenen genauso. Ihr Kind ist also nicht ‹schwach›, wenn es dranbleibt. Hilfreicher als Vorwürfe ist, die Tricks beim Namen zu nennen und gemeinsam auszuschalten, was sich ausschalten lässt.

Selbst ausprobieren

Die Lektion dazu

«Warum das Handy ruft»

Lektion 10 von 11 aus der Welt «Social-Media-Profi»

Mit Bildkarten, Spiel, Mission und kurzem Test. Gratis, ohne Anmeldung, es wird nichts gespeichert. Etwa 15 bis 20 Minuten – Sie bestimmen das Tempo. Die Lektion ist für Kinder gemacht – und auch für Erwachsene ein schneller Weg, das Wichtigste selbst auszuprobieren.

Lektion gratis spielen

Entdecken · Spielen · Mission · Test · Anhören

Verwandte Fragen

Für Lehrpersonen: passt zum Lehrplan 21
  • MI.1.1.b Vor- und Nachteile medialer Erfahrungen benennen – Das Kind weiss, was an Erlebnissen über Bildschirme gut und weniger gut ist, und kann erklären, warum es Medien nutzt.
  • MI.1.1.e Chancen und Risiken der Mediennutzung – Das Kind kennt Chancen und Gefahren wie Sucht, Schuldenfallen oder Cybermobbing und passt sein Verhalten an.
  • MI.1.2.h Absicht hinter Medienbeiträgen einschätzen – Das Kind erkennt, was ein Beitrag will, zum Beispiel verkaufen oder überzeugen.

Quellen und Hilfe

Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion 12-9b «Warum das Handy ruft» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten

Bipo holt die Werkstatt …