Die kurze Antwort
Beim Liebesbetrug («Romance Scam» oder «Love Scam») täuschen Betrüger über Partnerbörsen oder soziale Netzwerke eine Liebesbeziehung vor, um an Geld zu kommen. Typisch sind rasche Liebeserklärungen, ein Wohnort weit weg und ein Treffen, das nie zustande kommt – dann folgt eine Notlage, die Geld kostet, oder eine angeblich sichere Geldanlage. Das Stoppzeichen ist einfach: Jemand, den Sie nie getroffen haben, will Geld, Güter oder Kryptowährung. Brechen Sie dann den Kontakt ab und reden Sie mit einer Vertrauensperson.
Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Liebesbetrug und falsche Geldanlagen»
So geht's
- Auf das Tempo achten: Liebeserklärungen nach wenigen Tagen, grosse Zukunftspläne und der rasche Wechsel in einen privaten Chat wie WhatsApp sind typisch.
- Die Geschichte prüfen: Die Person ist immer weit weg – Geschäftsreise, Auslandseinsatz, Bohrinsel. Ein Treffen oder Videoanruf klappt nie, dafür gibt es immer neue Ausreden.
- Fotos nicht trauen: Profilbilder können gestohlen oder mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt sein. Mit einer Bilder-Rückwärtssuche sehen Sie, ob ein Bild schon anderswo auftaucht.
- Kein Geld, keine Geschenkkarten, keine Kryptowährung und keine Güter an jemanden schicken, den Sie nie getroffen haben – auch nicht bei einer rührenden Geschichte von Unfall, Operation oder Zoll.
- Ihr Konto nie für fremde Zahlungen hergeben und keine Pakete weiterleiten. Betrüger nutzen solche Konten, um Geld zu verschieben («Money Mule»).
- Keine intimen Bilder und keine Ausweisfotos schicken und niemandem Fernzugriff auf Ihren Computer geben.
- Vor jeder Zahlung an eine Online-Bekanntschaft mit einer Vertrauensperson reden. Wer Sie liebt, versteht das.
- Sobald Geld gefordert wird: Kontakt abbrechen und die Person auf allen Kanälen blockieren.
Variante: die Wunder-Geldanlage
Manche Betrüger fragen nicht direkt nach Geld, sondern zeigen eine Anlage-Plattform, oft mit Kryptowährung. Anfangs werden manchmal kleine Gewinne ausbezahlt, um Vertrauen aufzubauen. Nach grösseren Einzahlungen sind die Zahlen nur noch erfunden – und für die Auszahlung werden plötzlich «Steuern» oder «Gebühren» verlangt.
- Hohe Gewinne in kurzer Zeit sind unrealistisch. Je höher die versprochene Rendite, desto höher das Risiko.
- Prüfen Sie, ob der Anbieter von der FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) bewilligt ist, und schauen Sie in die Warnliste der FINMA.
- Werbung mit bekannten Persönlichkeiten oder angeblichen Zeitungsartikeln über schnellen Reichtum ist oft gefälscht.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch wenn immer wieder jemand anruft.
Schon Geld geschickt?
Sie sind nicht schuld – die Täter sind Profis. Wichtig ist, jetzt zu handeln.
- Sofort aufhören zu zahlen, auch keine «Gebühren», «Steuern» oder «letzten Beträge» mehr.
- Beweise sichern: Chatverläufe, Profilnamen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Kontoangaben und Zahlungsbelege. Nichts löschen.
- Ihre Bank sofort informieren.
- Anzeige bei der Polizei erstatten und alle gesammelten Angaben mitbringen.
- Den Kontakt vollständig abbrechen und die Person überall blockieren.
- Mit einer Vertrauensperson reden; bei starker Belastung psychologische Hilfe holen. Bei Geldsorgen hilft die Schuldenberatung Ihres Kantons.
Wenn ein Familienmitglied betroffen ist
Betroffene sind oft tief verliebt und verteidigen die Person. Vorwürfe wie «Wie kannst du nur so naiv sein?» helfen selten. Besser:
- Ruhig und interessiert fragen: «Erzähl mir von ihm. Habt ihr euch schon einmal gesehen oder per Video gesprochen?»
- Nicht die Gefühle angreifen, sondern das Muster zeigen: nie getroffen, aber Geld wollen. Lesen Sie zusammen die Informationen der Polizei oder der Kriminalprävention.
- Anbieten, gemeinsam zur Polizei zu gehen.
- Scham nehmen: Liebesbetrug trifft auch kluge und erfahrene Menschen. Die Schuld liegt bei den Tätern.
- Geduld haben – oft braucht es mehrere Gespräche.
- Droht grosser finanzieller Schaden und sieht die Person die Gefahr nicht ein, können Sie sich an die Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Ihres Kantons wenden.
Gut zu wissen
Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) verursacht Liebesbetrug neben dem Online-Anlagebetrug die grössten Schadenssummen. Neu setzen Betrüger KI-Bilder ein, etwa ein angebliches Foto aus dem Spitalbett, um Mitleid zu wecken.
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Quellen und Hilfe
- Schweizerische Kriminalprävention: Romance Scam – Liebesbetrüger im Internet
- BACS (Bundesamt für Cybersicherheit): Romance Scam
- BACS (Bundesamt für Cybersicherheit): Online-Anlagebetrug
- Polizei Kanton Solothurn: Romance Scam
- Netzwoche: BACS warnt vor KI-Bildern beim Liebesbetrug (8.4.2026)
Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion E-12c «Liebesbetrug und falsche Geldanlagen» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten
Hinweis: Allgemeine Information, keine persönliche, rechtliche oder medizinische Beratung. Im Notfall: Polizei 117 (Schweiz) bzw. 112 (Europa), bei Betrug sofort die eigene Bank. Kinder und Jugendliche finden Hilfe bei der 147 (Schweiz).