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Digital im Alltag

Liebesbetrug: Woran erkenne ich einen Romance Scam?

  • Für Erwachsene
  • Erklärt
  • 7 Minuten lesen

Die kurze Antwort

Beim Liebesbetrug («Romance Scam» oder «Love Scam») täuschen Betrüger über Partnerbörsen oder soziale Netzwerke eine Liebesbeziehung vor, um an Geld zu kommen. Typisch sind rasche Liebeserklärungen, ein Wohnort weit weg und ein Treffen, das nie zustande kommt – dann folgt eine Notlage, die Geld kostet, oder eine angeblich sichere Geldanlage. Das Stoppzeichen ist einfach: Jemand, den Sie nie getroffen haben, will Geld, Güter oder Kryptowährung.

Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Liebesbetrug und falsche Geldanlagen»

Lektion gratis spielenGratis und ohne Anmeldung.

Woran erkennt man einen Liebesbetrug?

  • Das Tempo: Liebeserklärungen nach wenigen Tagen, grosse Zukunftspläne und der rasche Wechsel in einen privaten Chat.
  • Immer weit weg: Geschäftsreise, Auslandseinsatz, Bohrinsel, Ärztin im Krisengebiet. Ein Treffen oder ein Videoanruf klappt nie, dafür gibt es immer neue Ausreden.
  • Dann geht es ums Geld: für ein Flugticket, den Zoll, eine Operation – oder für eine Geldanlage mit traumhaftem Gewinn.
  • Bilder beweisen nichts: Profile, Fotos und Dokumente können gefälscht sein. Neu setzen Betrüger KI-Bilder ein, etwa ein angebliches Foto aus dem Spitalbett, um Mitleid zu wecken. Und klappt ein Video doch, kann auch das Gesicht mit KI gefälscht sein.

Wie schützt man sich?

  1. Freundschaftsanfragen nur von Menschen annehmen, die Sie im echten Leben kennen.
  2. Kein Geld, keine Geschenkkarten, keine Kryptowährung und keine Güter an jemanden schicken, den Sie nie getroffen haben – auch nicht bei einer rührenden Geschichte.
  3. Ihr Konto nie für fremde Zahlungen hergeben und keine Pakete weiterleiten. Betrüger nutzen solche Konten, um Geld zu verschieben («Money Mule»); das kann als Geldwäscherei gelten.
  4. Keine intimen Bilder und keine Ausweisfotos schicken und niemandem Fernzugriff auf Ihren Computer geben.
  5. Vor jeder Zahlung an eine Online-Bekanntschaft mit einer Vertrauensperson reden. Ein Blick von aussen sieht, was Verliebte übersehen.
  6. Sobald Geld gefordert wird: Kontakt abbrechen und die Person auf allen Kanälen blockieren.

Was ist die Wunder-Geldanlage?

Manche Betrüger fragen nicht direkt nach Geld, sondern zeigen eine Anlage-Plattform, oft mit Kryptowährung. Das Geld wächst dort scheinbar jeden Tag, anfangs werden manchmal sogar kleine Gewinne ausbezahlt, um Vertrauen aufzubauen. Doch die Zahlen sind erfunden. Wer auszahlen will, soll zuerst «Steuern» oder «Gebühren» zahlen – danach ist alles weg.

  • Hohe Gewinne in kurzer Zeit sind zu gut, um wahr zu sein.
  • Prüfen Sie auf der Website der FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht), ob der Anbieter bewilligt ist, und schauen Sie in ihre Warnliste.
  • Ein bekanntes Gesicht empfiehlt im Video eine Geldanlage? Oft ist das ein Deepfake. Bekannte Menschen werben nicht für schnellen Reichtum.
  • Nie Gebühren zahlen, um angebliche Gewinne «freizugeben».

Schon Geld geschickt – was jetzt?

Sie sind nicht schuld – die Täter sind Profis. Wer sich schämt, schweigt, und genau darauf zählen Betrüger. Wichtig ist, jetzt zu handeln.

  1. Sofort aufhören zu zahlen, auch keine «Gebühren», «Steuern» oder «letzten Beträge» mehr.
  2. Beweise sichern: Chatverläufe, Profilnamen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Kontoangaben und Zahlungsbelege. Nichts löschen.
  3. Ihre Bank sofort informieren.
  4. Anzeige bei der Polizei erstatten und alle gesammelten Angaben mitbringen.
  5. Den Kontakt vollständig abbrechen und die Person überall blockieren.
  6. Mit einer Vertrauensperson reden; bei starker Belastung psychologische Hilfe holen. Bei Geldsorgen hilft die Schuldenberatung Ihres Kantons.

Wie hilft man einem Familienmitglied, das betroffen ist?

Betroffene sind oft tief verliebt und verteidigen die Person. Vorwürfe helfen selten. Besser:

  • Ruhig und interessiert fragen: «Erzähl mir von ihm. Habt ihr euch schon einmal gesehen oder per Video gesprochen?»
  • Nicht die Gefühle angreifen, sondern das Muster zeigen: nie getroffen, aber Geld wollen. Lesen Sie zusammen die Informationen der Polizei oder der Kriminalprävention.
  • Zur Anzeige bei der Polizei ermutigen und anbieten, mitzugehen.
  • Scham nehmen: Liebesbetrug trifft auch kluge und erfahrene Menschen. Die Schuld liegt bei den Tätern.
  • Droht eine finanzielle Notlage und sieht die Person die Gefahr nicht ein, können Sie sich an die Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Ihres Kantons wenden.

So erklärt es Bipo den Kindern

3 Lernkarten aus der Lektion «Liebesbetrug und falsche Geldanlagen», genau so, wie sie im Spiel stehen.

  • Immer weit weg

    Die Person ist weit weg: auf einer Bohrinsel, im Auslandseinsatz, als Ärztin im Krisengebiet. Ein Treffen klappt nie, ein Videoanruf auch nicht. Dafür gibt es immer neue Ausreden.

    Bipo: Und klappt ein Video doch: Auch Gesichter kann KI fälschen.

  • Dann geht es ums Geld

    Irgendwann braucht die Person Geld: für ein Flugticket, den Zoll, eine Operation. Oder sie zeigt dir eine Geldanlage mit traumhaftem Gewinn. Nie getroffen, aber Geld wollen: Das ist das Stoppzeichen.

    Bipo: Ein Foto aus dem Spital? Auch das kann eine KI machen.

  • Die Wunder-Geldanlage

    Auf einer Anlage-Plattform wächst dein Geld scheinbar jeden Tag. Doch die Zahlen sind erfunden. Willst du auszahlen, verlangt man zuerst «Steuern» oder «Gebühren». Danach ist alles weg.

    Bipo: Vor jeder Anlage: Warnliste der Finanzaufsicht prüfen.

Gut zu wissen

Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) verursacht Liebesbetrug neben dem Online-Anlagebetrug die grössten Schadenssummen. Eine einfache Familienregel schützt alle: Vor jeder Zahlung an eine Online-Bekanntschaft wird zuerst mit jemandem geredet.

MerkeWer dich online umwirbt, dich nie trifft und Geld will, ist ein Betrüger. Wundergewinne gibt es nicht. Vor jeder Zahlung an eine Online-Bekanntschaft redest du mit einer vertrauten Person.

Wichtige Begriffe

Liebesbetrug
Betrüger täuschen online eine Liebesbeziehung vor, um Geld zu bekommen. Auf Englisch heisst das «Romance Scam».
Geldanlage
Geld, das man anlegt, damit es mehr wird. Versprochene Wundergewinne auf unbekannten Plattformen sind ein Warnzeichen.
Deepfake
Ein Bild, Video oder eine Stimme, mit KI gefälscht – zum Beispiel ein Promi, der angeblich eine Geldanlage empfiehlt.

Testen Sie sich

Fragen aus dem Test der Lektion. Tippen Sie auf eine Antwort.

  1. 1. Ein Treffen und ein Videoanruf klappen nie. Was heisst das?

    Lösung zeigen

    Ein Warnzeichen – Wer sich nie zeigt, versteckt oft etwas.

  2. 2. Die Plattform zeigt hohe Gewinne. Zum Auszahlen sollst du zuerst Gebühren zahlen. Was stimmt?

    Lösung zeigen

    Die Gewinne sind erfunden: nichts mehr zahlen – Nach den Gebühren ist das Geld weg.

  3. 3. Eine Online-Bekanntschaft schickt ein Foto aus dem Spitalbett und bittet um Geld. Beweist das Foto die Notlage?

    Lösung zeigen

    Nein, auch solche Bilder kann eine KI machen – Betrüger nutzen KI-Bilder, um Notfälle echt aussehen zu lassen.

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Die Lektion dazu

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Mehr dazu im Spiel: «Deepfake: wie er entsteht, wie man ihn erkennt» · «Videoanruf und Familien-Chat»

Verwandte Fragen

Quellen und Hilfe

Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion E-12c «Liebesbetrug und falsche Geldanlagen» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten

Hinweis: Allgemeine Information, keine persönliche, rechtliche oder medizinische Beratung. Im Notfall: Polizei 117 (Schweiz) bzw. 112 (Europa), bei Betrug sofort die eigene Bank. Kinder und Jugendliche finden Hilfe bei der 147 (Schweiz).

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