Die kurze Antwort
Die 3-6-9-12-Regel ist eine Faustregel des französischen Kinderpsychiaters Serge Tisseron: kein Fernsehen unter 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6, Internet nach 9 und soziale Netzwerke nach 12 Jahren. In der Schweiz wird oft auf sie Bezug genommen, sie ist aber ein Richtwert und kein Gesetz. Entscheidend bleibt die Entwicklung des einzelnen Kindes – und dass Eltern es begleiten.
Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Bildschirmzeit, Schlaf, heimlich»
Was gilt bei 3, 6, 9 und 12 Jahren?
Tisseron begründet die Altersgrenzen mit den Entwicklungsaufgaben, die Kinder in diesen Jahren bewältigen. Eine Übersicht der Fachzeitschrift «Pädiatrie» fasst die Aufgaben der Eltern so zusammen:
- Unter 3 Jahren: mit dem Kind spielen und Geschichten vorlesen. Digitale Geräte nicht einsetzen, um das Kind zu beruhigen.
- 3 bis 6 Jahre: die Bildschirmzeit mit klaren Regeln begrenzen, Medien gemeinsam nutzen und darüber reden. Keine Geräte im Kinderzimmer.
- 6 bis 9 Jahre: mit digitalen Medien kreativ sein und das Internet erklären – zum Beispiel: Was man online stellt, kann öffentlich sichtbar sein und bleibt es auch, und man darf nicht alles glauben, was man online findet.
- 9 bis 12 Jahre: ans Internet heranführen. Die Eltern entscheiden über das Mass, begleitet oder allein, und wann das Kind ein eigenes Handy erhält.
- Ab 12 Jahren: verfügbar bleiben – das Kind braucht seine Eltern noch. Weiter über Zeiten und über heikle Inhalte reden; nachts sind WLAN und Handy aus.
Was gilt für jedes Alter?
Tisseron betont, dass auf allen Altersstufen dasselbe wichtig ist:
- Programme gemeinsam aussuchen.
- Bildschirmzeiten begrenzen.
- Kinder einladen, darüber zu reden, was sie sehen oder machen.
- Kinder ermutigen, kreativ zu sein.
Gilt die Regel heute noch?
Ja, aber in einer neuen Form. Laut Pro Juventute hat Tisseron seine Regel Ende 2019 überarbeitet: Statt um Bildschirmzeiten geht es nun vor allem um den Lernprozess im Umgang mit digitalen Medien. Eltern sollen ihr Kind altersgerecht an die digitale Welt heranführen und begleiten. Die Altersstufen 3, 6, 9 und 12 bleiben eine grobe Orientierung – eine Stoppuhr sind sie nicht.
Warum ist sie nur ein Richtwert?
Weil Kinder verschieden sind. Fachleute weisen darauf hin, dass solche Angaben immer nur Richtwerte sein können: Die geistige und gefühlsmässige Entwicklung bestimmt, welche Inhalte ein Kind wie verarbeiten kann. Eine Zahl für alle gibt es nicht. Wichtiger als die genaue Minute ist, dass Schlaf, Schule, Freunde und Bewegung genug Platz haben. Zudem unterscheiden sich die Empfehlungen: Die Akademie amerikanischer Kinderärzte etwa setzt auf einen Familien-Medienplan, damit Medien nicht Schlaf, Sport und gemeinsame Zeit verdrängen.
So erklärt es Bipo den Kindern
3 Lernkarten aus der Lektion «Bildschirmzeit, Schlaf, heimlich», genau so, wie sie im Spiel stehen.
Wie lange war ich dran?
Die Bildschirmzeit zeigt, wie lange du am Handy oder Tablet warst. Viele staunen, wie schnell aus fünf Minuten eine Stunde wird.
Bipo: Eine Stunde? Es fühlte sich an wie fünf Minuten!
Das Handy schläft draussen
Licht vom Bildschirm und spannende Videos halten wach. Darum vor dem Schlafen 1 bis 2 Stunden ohne Bildschirm. Nachts schläft das Handy ausserhalb vom Zimmer, zum Beispiel in der Küche.
Bipo: Auch ich lade nachts in der Küche.
Warum heimlich gefährlicher ist
Wer heimlich eine App nutzt, kann niemanden fragen, wenn etwas Schlimmes passiert. Darum lieber offen reden und eine Regel aushandeln, statt sich zu verstecken.
Bipo: Allein im Dunkeln ist es schwer. Zusammen nicht.
MerkeDas Handy schläft nachts draussen und macht Pausen. Offen reden ist sicherer als heimlich, und bei Angst holst du Hilfe.
Wichtige Begriffe
- Bildschirmzeit
- Die Zeit am Handy, Tablet, Computer oder Fernseher. Viele Geräte zählen sie mit.
- Zeitlimit
- Eine Sperre nach der abgemachten Zeit. Am besten stellt man sie gemeinsam ein.
- Handy-Pause
- Abgemachte Zeiten ohne Handy, zum Beispiel beim Essen, bei den Hausaufgaben und vor dem Schlafen.
Testen Sie sich
Fragen aus dem Test der Lektion. Tippen Sie auf eine Antwort.
1. Wo schläft das Handy nachts am besten?
Lösung zeigen
Ausserhalb vom Zimmer – Dann hält es dich nicht wach.
2. Warum ist heimlich gefährlicher als erlaubt?
Lösung zeigen
Man kann niemanden fragen – Lieber offen reden und eine Regel aushandeln.
3. Was zeigt die Bildschirmzeit?
Lösung zeigen
Wie lange du dran warst – Viele staunen, wie schnell eine Stunde vorbei ist.
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Für Lehrpersonen: passt zum Lehrplan 21
- MI.1.1.b Vor- und Nachteile medialer Erfahrungen benennen – Das Kind weiss, was an Erlebnissen über Bildschirme gut und weniger gut ist, und kann erklären, warum es Medien nutzt.
- MI.1.1.e Chancen und Risiken der Mediennutzung – Das Kind kennt Chancen und Gefahren wie Sucht, Schuldenfallen oder Cybermobbing und passt sein Verhalten an.
Quellen und Hilfe
- Isabel Willemse: Altersgerechter Medienkonsum (Pädiatrie 3/2018, PDF, mit Tabelle zur 3-6-9-12-Faustregel)
- Pro Juventute: Bildschirmzeit – Empfehlungen für Kinder und Jugendliche (mit der überarbeiteten Regel von Tisseron)
- Pro Juventute: Elternberatung (058 261 61 61, rund um die Uhr)
Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion 12-9 «Bildschirmzeit, Schlaf, heimlich» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten
