Kinder umgehen Sperren – was hilft?
Für Eltern
Fast jede Sperre lässt sich umgehen: mit einem Zweitkonto, einem anderen Browser, einem falschen Geburtsdatum oder einfach am Gerät von Freunden. Technik allein reicht darum nicht – Fachstellen raten zu Begleitung, klaren Abmachungen und Vertrauen. Richten Sie trotzdem ein Kinderkonto ohne Administratorrechte ein, behalten Sie Codes für sich und erklären Sie, warum die Regeln gelten. Wer eine Sperre knacken kann, ist deshalb noch nicht reif für alles, was dahinter liegt.
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So geht's
- Ein eigenes Kinderkonto statt des Elternkontos: am Computer ein Standardkonto ohne Administratorrechte, an Tablet und Handy die Familienfunktionen (Apple Bildschirmzeit und Familienfreigabe, Google Family Link).
- Codes und Passwörter für sich behalten, auch den Bildschirmzeit-Code, und nicht vor dem Kind eintippen.
- Regeln gemeinsam abmachen und aufschreiben – wer mitreden darf, hält sich eher daran. Auch besprechen: Was gilt bei Freunden?
- Merken Sie, dass eine Sperre umgangen wurde: ruhig bleiben und nachfragen, warum. Oft steckt ein Wunsch dahinter – mitreden können, ein Spiel, das die ganze Klasse spielt –, über den man reden kann.
- Folgen vorher abmachen und verhältnismässig halten. Nie das Erzählen bestrafen: Wer Angst vor einem Handyverbot hat, holt bei echten Problemen keine Hilfe.
- Mit dem Alter lockern: mehr Freiheit Schritt für Schritt, wenn die Abmachungen klappen.
So werden Sperren häufig umgangen
Damit Sie wissen, worauf Sie achten können:
- ein Zweitkonto oder ein falsches Geburtsdatum in der App
- ein anderer Browser oder ein privates Fenster, wenn nur ein Browser gefiltert wird
- das Gerät von Freunden, Geschwistern oder ein altes Handy
- ein Code, der beim Eintippen beobachtet wurde
Filter im Router oder beim Internetanbieter wirken für alle Geräte zu Hause – aber nicht im Mobilfunknetz und nicht bei Freunden. Darum zählt am Ende, was Ihr Kind selbst verstanden hat.
Gut zu wissen
Technisches Können ist nicht dasselbe wie Reife: Ein Kind, das eine Sperre knackt, kann trotzdem nicht einschätzen, was ein Fremder im Chat will. Darum lohnt sich das Gespräch mehr als die perfekte Sperre.
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Quellen und Hilfe
- Jugend und Medien (Bundesamt für Sozialversicherungen): Smartphones und Tablets
- klicksafe: Jugendschutzprogramme
- Pro Juventute: Regeln und Vereinbarungen für digitale Medien
- Pro Juventute: Elternberatung (058 261 61 61, rund um die Uhr)
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Stand: Oktober 2026 · Aus der Montibit-Lektion 12-9 «Bildschirmzeit, Schlaf, heimlich»