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Mein Kind wird erpresst – was tun als Eltern?

Für Eltern

Die kurze Antwort

Danken Sie Ihrem Kind, dass es davon erzählt, und sagen Sie: «Du bist nicht schuld.» Zahlen Sie nichts und schicken Sie nichts mehr. Sichern Sie den Chat als Bildschirmfoto, aber speichern oder verschicken Sie das Bild selbst nicht – auch nicht an die Schule. Erstatten Sie Anzeige bei der Kantonspolizei und lassen Sie sich von clickandstop.ch beraten. Auch wenn schon bezahlt wurde, gibt es Hilfe.

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So geht's

  1. Ruhig bleiben, zuhören und danken: «Gut, dass du es mir sagst. Du bist nicht schuld. Wir lösen das zusammen.» Keine Vorwürfe und kein Handyverbot als Strafe – sonst erzählt Ihr Kind beim nächsten Mal nichts.
  2. Nicht zahlen, nichts mehr schicken, nicht verhandeln. Nach einer Zahlung kommen meist neue Forderungen. Den Kontakt abbrechen und nicht mehr antworten.
  3. Beweise sichern: Bildschirmfotos vom Chatverlauf, vom Profil und Benutzernamen, von den Forderungen und von Zahlungsangaben. Den Chat nicht löschen.
  4. Das Bild oder Video selbst nicht speichern, nicht herunterladen und nicht weiterleiten – auch nicht an die Schule, an andere Eltern oder «als Beweis». Bei Aufnahmen von Minderjährigen kann schon das strafbar sein; die Polizei sichert die Beweise selbst.
  5. Anzeige erstatten bei der Kantonspolizei, auf dem Polizeiposten; bei akuter Gefahr Notruf 117. Das Profil in der App erst melden und blockieren, wenn die Beweise gesichert sind – am besten nach Rücksprache mit der Polizei.
  6. Beraten lassen: anonym und kostenlos bei clickandstop.ch (058 433 33 50, auch Chat), rund um die Uhr bei der Elternberatung von Pro Juventute (058 261 61 61). Ihr Kind findet bei der 147 jederzeit jemanden zum Reden.
  7. Verbreitung eindämmen: Für Nacktbilder aus der Zeit unter 18 gibt es «Take It Down». Das Bild bleibt dabei auf dem Gerät, auf dem es schon ist; verschickt wird nur ein digitaler Fingerabdruck, an dem teilnehmende Plattformen Kopien erkennen. Wurde etwas veröffentlicht, auch direkt bei der Plattform melden.
  8. Auch wenn schon bezahlt oder mehr geschickt wurde: jetzt Hilfe holen. Ihr Kind hat nichts schlimmer gemacht – verantwortlich sind die Erpresser.
  9. In den Wochen danach begleiten: nachfragen, wie es geht, auf Schlaf, Rückzug und Angst vor Nachrichten achten. Spricht Ihr Kind davon, sich etwas anzutun, sofort Hilfe holen (147, Elternberatung, Hausarzt, im Notfall 144).

Zahlen aus der Schweiz

Stand der Zahlen: Oktober 2026. Erfasst sind nur angezeigte, gemeldete oder in der Umfrage genannte Fälle; die Dunkelziffer ist höher.

Gut zu wissen

Erpresser setzen auf Scham und Zeitdruck. Wer ruhig bleibt und Hilfe holt, nimmt ihnen die Macht. Fachstellen raten zur Anzeige, auch wenn noch kein Geld bezahlt wurde. Für Ihr Kind gibt es eine eigene Seite in Du-Form: «Jemand erpresst mich mit einem Nacktbild».

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Quellen und Hilfe

Verwandte Fragen

Stand: Oktober 2026 · Aus der Montibit-Lektion 11-8c «Drohung? Du bist nicht allein»

Hinweis: Die Hilfe-Antworten sind allgemeine Information und ersetzen keine persönliche, rechtliche oder medizinische Beratung. Im Notfall: Polizei 117 (Schweiz) bzw. 112 (Europa), bei Betrug sofort die eigene Bank. Kinder und Jugendliche finden Hilfe bei der 147 (Schweiz), 116 111 (Deutschland) oder 147 (Österreich). Für die Inhalte verlinkter Seiten sind deren Betreiber verantwortlich.