Die kurze Antwort
Lootboxen sind Überraschungskisten in Games – etwa Kartenpacks in Fussballspielen, Truhen, Glücksräder oder Gacha-Ziehungen –, die man mit echtem Geld oder gekaufter Spielwährung bezahlt, ohne zu wissen, was drin ist. Sie funktionieren ähnlich wie ein Glücksspiel. Ob eine bestimmte Lootbox in der Schweiz rechtlich als Geldspiel gilt, beurteilen die Aufsichtsbehörden im Einzelfall; in seiner Antwort von 2022 hielt der Bundesrat fest, dass es noch keinen solchen Entscheid gab. Bei PEGI bekommen Spiele mit bezahlten Zufallsobjekten, die seit Juni 2026 eingereicht werden, mindestens PEGI 16. Schalten Sie eine Kaufsperre ein und reden Sie mit Ihrem Kind darüber, wie selten der Hauptgewinn in der Kiste liegt.
Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Lootboxen: Glücksspiel im Game»
So geht's
- Nachfragen und mitspielen: Lassen Sie sich zeigen, wo im Lieblingsspiel Kisten, Packs, Truhen, Glücksräder oder «Ziehungen» angeboten werden und womit man sie bezahlt.
- Spielwährung erklären: Edelsteine, Münzen oder Punkte wirken wie Spielgeld, wurden aber oft mit echtem Geld gekauft. Rechnen Sie zusammen nach, was eine Kiste in Franken kostet.
- Den Zufall sichtbar machen: Fragen Sie «Wie oft bekommst du etwas Gewöhnliches, wie oft den grossen Schatz?». Gibt das Spiel die Gewinnchancen an, schauen Sie diese gemeinsam an.
- Kaufsperre einschalten: bei Apple die «Kaufanfrage», bei Android die Kaufgenehmigung in Google Family Link, auf Spielkonsolen die Familien-Einstellungen des Herstellers. Keine Kreditkarte im Konto des Kindes hinterlegen. Die Schritte im Detail stehen auf der Seite «Was sind In-App-Käufe und wie sperre ich sie?».
- Beim Kauf auf die Alterskennzeichnung achten: Der Hinweis «Käufe im Spiel» mit dem Zusatz «zufällige Objekte möglich» (englisch «Includes Paid Random Items») zeigt, dass ein Spiel bezahlte Überraschungskisten enthält.
- Klare Abmachung treffen: Am einfachsten ist «keine Kisten, auch nicht mit Spielwährung». Erlauben Sie überhaupt Ausgaben im Spiel, legen Sie gemeinsam ein kleines, festes Budget fest.
- Ohne Vorwürfe reagieren, wenn heimlich Geld ausgegeben wurde: Danken Sie Ihrem Kind fürs Erzählen, beantragen Sie rasch beim Store eine Rückerstattung und prüfen Sie die Einstellungen.
- Lässt es Ihr Kind nicht los – es will immer wieder Kisten öffnen, wird wütend oder verheimlicht Ausgaben –, holen Sie Rat, zum Beispiel bei der Elternberatung von Pro Juventute (058 261 61 61, rund um die Uhr).
Was gilt in der Schweiz?
Der Bundesrat hat 2022 auf eine Anfrage aus dem Nationalrat geantwortet: Lootboxen sind sehr unterschiedlich gestaltet, darum lässt sich nicht allgemein sagen, ob sie Glücksspiel sind. Ob eine bestimmte Lootbox als Geldspiel gilt, beurteilen die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa). Gilt eine Lootbox als Geldspiel, darf sie Minderjährigen nicht angeboten werden und braucht eine Bewilligung. Ein solcher Entscheid war damals in der Schweiz noch nicht gefallen.
- Der Bundesrat zählt Lootboxen zu den Mikrotransaktionen, also kleinen Käufen im Spiel, und setzt vor allem auf Medienkompetenz: Kinder und Eltern sollen die Tricks kennen.
- In Belgien gelten bezahlte Lootboxen als illegales Glücksspiel. Die Spiele gibt es dort weiterhin, meist aber ohne bezahlte Kisten.
- Unabhängig von der Rechtslage: Die Schweizer Plattform Jugend und Medien rät bei bezahlten Lootboxen mit Glücksspiel-Charakter zur Vorsicht.
Neu bei PEGI seit 2026
- Spiele mit bezahlten Zufallsobjekten, die seit Juni 2026 bei PEGI eingereicht werden, erhalten PEGI 16; Spiele im Stil eines Online-Casinos PEGI 18.
- Seit Oktober 2026 stuft PEGI zudem eine Auswahl älterer, nur digital erhältlicher Spiele mit PEGI 3, 7 oder 12 und bezahlten Zufallsobjekten auf PEGI 16 hoch. Die Online-Läden passen die Angaben nach und nach an.
- Ältere Spiele und Packungen im Regal können darum noch eine tiefere Altersstufe zeigen. Achten Sie dann besonders auf den Hinweis zu zufälligen Objekten.
Wann Sie genauer hinschauen sollten
Keines davon ist ein Beweis – aber ein guter Grund für ein ruhiges Gespräch. Ihr Kind …
- will immer wieder eine Kiste öffnen, obwohl es sich danach ärgert.
- spricht ständig von einem seltenen Gegenstand, den es «unbedingt» noch braucht.
- fragt dringend nach Geld, Guthabenkarten oder Geschenkkarten.
- hat heimlich eingekauft, oder es tauchen unerwartete Abbuchungen auf.
- ist nach dem Öffnen von Kisten oft wütend oder traurig.
- verliert die Freude an anderen Hobbys.
Gut zu wissen
Lootboxen arbeiten mit denselben Gefühlen wie ein Spielautomat: Spannung beim Öffnen und das «Fast gewonnen». Weil man mit Spielwährung bezahlt, merken Kinder – und auch Erwachsene – oft nicht, wie viel echtes Geld schon ausgegeben ist.
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Quellen und Hilfe
- Schweizer Parlament: Interpellation 22.3541 – Sind Lootboxen mit dem Schweizer Recht vereinbar? (mit Antwort des Bundesrates)
- PEGI: Was bedeuten die Kennzeichnungen? (In-Game-Käufe, zufällige Objekte, Regeln ab Juni 2026)
- PEGI: Altersstufen bestehender Spiele mit bezahlten Zufallsobjekten werden angepasst (Oktober 2026)
- Jugend und Medien (Bundesamt für Sozialversicherungen): Games
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Lootboxen – verstecktes Glücksspiel in Videospielen?
Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion 18-6e «Lootboxen: Glücksspiel im Game» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten