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Sind Lootboxen Glücksspiel?

  • Für Eltern
  • Erklärt
  • 6 Minuten lesen

Die kurze Antwort

Lootboxen sind Überraschungskisten in Games, die man mit echtem Geld oder gekaufter Spielwährung bezahlt, ohne zu wissen, was drin ist – sie funktionieren wie ein Glücksspiel, und der seltene Hauptgewinn kommt kaum je. Ob eine bestimmte Lootbox in der Schweiz rechtlich als Geldspiel gilt, beurteilen die Aufsichtsbehörden im Einzelfall; bei PEGI erhalten Spiele mit bezahlten Zufallsobjekten seit Juni 2026 mindestens PEGI 16. Schalten Sie eine Kaufsperre ein und reden Sie mit Ihrem Kind über die Tricks.

Geprüft am 22.10.2026 · aus der Montibit-Lektion «Lootboxen: Glücksspiel im Game»

Was ist eine Lootbox?

Eine Lootbox ist eine Überraschungskiste im Spiel. Man bezahlt, sie öffnet sich mit Glitzer und Musik, und der Zufall bestimmt den Inhalt. Meistens ist etwas Gewöhnliches drin, ein seltener Schatz vielleicht einmal in hundert Kisten. Die Gewinnchancen stehen oft gut versteckt.

  • Lootboxen heissen auch Truhe, Glücksrad, Kartenpack oder Gacha, zum Beispiel die Spieler-Packs in Fussballspielen wie EA Sports FC.
  • Bezahlt wird oft mit Edelsteinen, Münzen oder Punkten. Diese Spielwährung hat meist echtes Geld gekostet.

Warum gleichen Lootboxen einem Glücksspiel?

Bezahlen, hoffen, verlieren und nochmals bezahlen: So funktioniert auch ein Spielautomat. Lootboxen arbeiten mit denselben Gefühlen, mit der Spannung beim Öffnen und mit dem «Fast gewonnen»: Das Rad hält knapp neben dem Hauptpreis an, und es fühlt sich an, als klappe es beim nächsten Mal. Das stimmt aber nicht. Weil man mit Spielwährung bezahlt, merken Kinder – und auch Erwachsene – oft nicht, wie viel echtes Geld schon weg ist.

Was gilt in der Schweiz?

Der Bundesrat hat 2022 auf eine Anfrage aus dem Nationalrat geantwortet: Lootboxen sind sehr unterschiedlich gestaltet, darum lässt sich nicht allgemein sagen, ob sie Glücksspiel sind. Ob eine bestimmte Lootbox als Geldspiel gilt, beurteilen die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa). Gilt sie als Geldspiel, darf sie Minderjährigen nicht angeboten werden und braucht eine Bewilligung. Ein solcher Entscheid war damals noch nicht gefallen.

  • Der Bundesrat zählt Lootboxen zu den Mikrotransaktionen, also kleinen Käufen im Spiel, und setzt vor allem auf Medienkompetenz: Kinder und Eltern sollen die Tricks kennen.
  • In Belgien gelten bezahlte Lootboxen als illegales Glücksspiel. Die Spiele gibt es dort weiterhin, meist aber ohne bezahlte Kisten.
  • Die Plattform Jugend und Medien des Bundes rät bei bezahlten Lootboxen mit Glücksspiel-Charakter zur Vorsicht.

Was ist neu bei PEGI seit 2026?

  • Spiele mit bezahlten Zufallsobjekten, die seit Juni 2026 bei PEGI eingereicht werden, erhalten PEGI 16 oder PEGI 18; Spiele im Stil eines Online-Casinos PEGI 18.
  • Seit Oktober 2026 stuft PEGI zudem eine Auswahl älterer, nur digital erhältlicher Spiele mit PEGI 3, 7 oder 12 und bezahlten Zufallsobjekten auf PEGI 16 hoch. Die Online-Läden passen die Angaben nach und nach an.
  • Ältere Packungen im Regal können darum noch eine tiefere Altersstufe zeigen. Achten Sie dann auf den Hinweis zu zufälligen Objekten (englisch «Paid Random Items»).

Was können Eltern tun?

  1. Nachfragen und mitspielen: Wo im Lieblingsspiel gibt es Kisten, Packs, Truhen oder Glücksräder, und womit bezahlt man sie?
  2. Zusammen nachrechnen, was eine Kiste in Franken kostet, und die Gewinnchancen anschauen, wenn das Spiel sie angibt.
  3. Eine Kaufsperre einschalten: bei Apple die «Kaufanfrage», bei Android die Kaufgenehmigung in Google Family Link, auf Konsolen die Familien-Einstellungen. Keine Kreditkarte im Konto des Kindes.
  4. Klar abmachen: am einfachsten «keine Kisten, auch nicht mit Spielwährung».
  5. Ohne Vorwürfe reagieren, wenn heimlich Geld ausgegeben wurde: fürs Erzählen danken, beim Store eine Rückerstattung beantragen, Einstellungen prüfen.
  6. Genauer hinschauen, wenn Ihr Kind immer wieder Kisten öffnen will, obwohl es sich ärgert, dringend nach Geld oder Geschenkkarten fragt oder Ausgaben verheimlicht.

So erklärt es Bipo den Kindern

3 Lernkarten aus der Lektion «Lootboxen: Glücksspiel im Game», genau so, wie sie im Spiel stehen.

  • Was ist eine Lootbox?

    Eine Lootbox ist eine Überraschungskiste im Spiel. Du bezahlst, sie öffnet sich mit Glitzer und Musik. Was drin ist, bestimmt der Zufall.

    Bipo: Loot heisst Beute. Aber wer macht hier Beute?

  • Wie ein Glücksspiel

    Bezahlen, hoffen, verlieren und nochmals bezahlen: So funktioniert auch ein Spielautomat. Darum gelten Lootboxen als Glücksspiel und sind in manchen Ländern verboten, etwa in Belgien.

    Bipo: Spielautomaten sind für Erwachsene. Lootboxen eigentlich auch!

  • Fast gewonnen!

    Das Rad hält knapp neben dem Hauptpreis an. Dieses Fast-gewonnen ist ein Trick: Es fühlt sich an, als klappe es beim nächsten Mal. Das stimmt aber nicht.

    Bipo: Knapp daneben ist auch daneben.

MerkeEine Lootbox ist eine Überraschungskiste für echtes Geld, und der Zufall gewinnt fast immer. Kauf keine Kisten, stellt eine Kauf-Sperre ein und sag es, wenn es dich nicht loslässt.

Wichtige Begriffe

Lootbox
Eine Überraschungskiste im Spiel, die man bezahlt, ohne zu wissen, was drin ist. Der Zufall entscheidet.
Glücksspiel
Ein Spiel, bei dem man Geld einsetzt und der Zufall über Gewinn oder Verlust entscheidet, wie beim Spielautomaten.
Kauf-Sperre
Eine Einstellung auf Handy, Tablet oder Konsole: Jeder Kauf braucht zuerst die Erlaubnis der Eltern.

Testen Sie sich

Fragen aus dem Test der Lektion. Tippen Sie auf eine Antwort.

  1. 1. Was ist eine Lootbox?

    Lösung zeigen

    Eine Überraschungskiste im Spiel, bei der der Zufall entscheidet – Du bezahlst, und der Zufall bestimmt den Inhalt.

  2. 2. Warum gleichen Lootboxen einem Glücksspiel?

    Lösung zeigen

    Man bezahlt und hofft auf Glück – Darum sind sie in manchen Ländern verboten.

  3. 3. Das Glücksrad hält knapp vor dem Hauptpreis an. Was ist das?

    Lösung zeigen

    Ein Trick, damit du nochmals drehst – Knapp daneben ist auch daneben.

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Die Lektion dazu

«Lootboxen: Glücksspiel im Game»

Lektion 10 von 12 aus der Welt «Spiele-Werkstatt»

Mit Bildkarten, Spiel, Mission und kurzem Test. Gratis, ohne Anmeldung, es wird nichts gespeichert. Etwa 15 bis 20 Minuten – Sie bestimmen das Tempo.

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Mehr dazu im Spiel: «Gaming» · «Faire Spiele und die Spiele-Welt» · «Bezahlen mit dem Handy»

Verwandte Fragen

Für Lehrpersonen: passt zum Lehrplan 21
  • MI.1.1.e Chancen und Risiken der Mediennutzung – Das Kind kennt Chancen und Gefahren wie Sucht, Schuldenfallen oder Cybermobbing und passt sein Verhalten an.
  • MI.1.2.h Absicht hinter Medienbeiträgen einschätzen – Das Kind erkennt, was ein Beitrag will, zum Beispiel verkaufen oder überzeugen.

Quellen und Hilfe

Geprüft am 22.10.2026. Die Erklärung beruht auf der Montibit-Lektion 18-6e «Lootboxen: Glücksspiel im Game» und den genannten Quellen. Sie wurde mit KI-Hilfe ausformuliert und vor dem Veröffentlichen geprüft. Herausgeber: Montibit (Textil-Point GmbH) · So entstehen unsere Antworten

Bipo holt die Werkstatt …